Augen auf beim Gebrauchtfalterkauf

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CT7 Fan
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Augen auf beim Gebrauchtfalterkauf

Beitrag von CT7 Fan » 15.07.2005 22:11

:D Augen auf beim Gebrauchtfalterkauf!

Da schon viele beim Kauf eines gebrauchten Falters übers Ohr gehauen wurden, werde ich hier einmal versuchen, die wichtigsten Punkte aufzuschreiben.

Zelthaut
Wenn ich den Falter öffne, darf mir kein muffiger oder modriger Geruch entgegen kommen! (Finger weg!!)

Schwarze Punkte oder Flecken auf der Zelthaut sind sogenannte Stockflecken, das heißt,
der Falter ist nass eingepackt worden und hat längere Zeit feucht gestanden. (Finger weg!)

Die Nähte gegen das Licht halten, sieht man durch die Einstiche kleine Lichtpunkte, sind diese Nähte sehr wahrscheinlich undicht.(kann mit Nahtdichter nachgearbeitet werden)

Zelthaut auf weitere Beschädigung prüfen ? größere Risse deuten auf einen morschen Zeltstoff hin. (Finger weg!)

Fenster
Die Fenster auf Beschädigungen überprüfen. (Sitz der Nähte zum Zeltstoff?)
Kleinere Löcher werden einfach mit breitem stabilen Tesafilm von beiden Seiten verklebt.

Reißverschlüsse
Sind die Reißverschlüsse alle leichtgängig? Halten sie auch zusammen?
Sollten sie beim Schließen oder Öffnen haken, genau nachschauen ? liegt es an der Zahnung ist bald Ersatz fällig.
Schwergängige Metallreißverschlüsse mit Kerzenwachs einreiben oder mit Silikonspray einsprühen.

Faulstreifen
Die Faulstreifen sollten sauber und ganz sein. Sind die Laschen für die Spanngummis noch alle intakt? Die Gummis sind nicht ewig haltbar, nach 3 ?5 Jahren ist ein Austausch notwendig.

Abspannösen Die Abspannösen sollten fest im Stoff sitzen und nicht ausgefranst sein. Die Abspannschlaufen für die Zeltleinen dürfen nicht gerissen sein.

Hauptwagen Innenbereich
Die Holzteile überprüfen auf aufgequollenes oder gerissenes Furnier (Feuchtigkeit)
Die Metallscharniere dürfen nicht schwergängig oder verrostet sein. (Feuchtigkeit)
Der Fußboden muss eine feste Struktur haben, aufgeweichter Fußboden (auch kleinere Stellen) deuten auf Feuchtigkeit hin.
Sind die Staukasten trocken und zu den Radkästen gut abgedichtet?

Die Liegeflächen auf Feuchtigkeit, Risse oder sonstige Beschädigungen überprüfen.

Ist der Innenbereich vollzählig vorhanden?
Matratzen mit Bezüge(Festigkeit und Zustand prüfen), Gardinen, Schlafkabinen, evtl. Innenhimmel für den Hauptwagen und für das Vorzelt, Häringe in genügender Anzahl.


Hauptwagen Außenbereich
Überprüfen auf schadhafte Stellen am Hängeraufbau (evtl. sogar Durchrostungen)
Überprüfen der Lichtanlage, auf schadhafte Kabel achten.
Unterboden auf Schäden untersuchen ( evtl. Ursache für 'weichen Boden')
Bremsanlage und Stoßdämpfer auf Dichtigkeit in Augenschein nehmen.
Sind die Bremsleitungen verrostet?
Sitzt der Kugelkopf beim Anhängen absolut fest auf der Kugel, oder ist minimales Spiel erkennbar? (Kugelkopf muss gewechselt werden)
Sind die Kurbelstützen zum Ausrichten und Festsetzen des Anhängers alle leichtgängig und nicht verbogen?

Wie alt sind die Reifen und wie ist das Profil?? Hat man vor, mit dem Falter die sogenannte 100er Abnahme zu machen, dürfen die Reifen nicht älter sein, als 6 Jahre!

Gestänge
Das Gestänge auf Vollzähligkeit überprüfen (Probeaufbau)
Fühlen sich die Oberflächen des Gestänges rau an, sind die Probleme vorprogrammiert.
Dann ist die eloxierte Schicht des Gestänges kaputt, sodass sich z.B. Teleskopstangen nur noch schwer verschieben lassen oder sogar festsitzen.

Küche
Da bei vielen Faltern eine Küche vorhanden ist, lose oder in der Heckklappe integriert, muß auch diese in Augenschein genommen werden.
Die Brennerdüsen sollten nicht verbrannt aussehen (falsche Verbrennung des Gases)
Anschlusswerte überprüfen (30 mb oder 50 mb)
Der Kocher sollte eine Zündsicherung haben!
Gasanschlussschlauch darf nicht älter als 5 Jahre sein(austauschen)
Sollte sogar eine Gasflasche dabei sein, bitte auf den TÜV ? Stempel achten ( neuer TÜV kostet fast 20 ?)

Allgemeines
Sind die Papiere alle vorhanden? Kfz-Brief, Kfz-Schein, evtl. Abmeldebescheinigung
Falls keine Papiere vorhanden sind, ist eine neue Vollabnahme notwendig, die sich mit ca. 150,- ? zu Buche schlägt.

Da schon sehr viel Falterfreunde viel Pech beim Falterkauf hatten, empfehle ich immer eine Besichtigung und einen Probeafbau vor dem Kauf!

Trotz dieser vielen Punkte, die es manchmal zu beachten gibt, lasst Euch nicht vom Falten abhalten.

Gruß
Udo

Witoldow
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Re: Augen auf beim Gebrauchtfalterkauf

Beitrag von Witoldow » 26.02.2009 20:41

Ich habe vor 1 woche einen Camptourist CT 7 bei Ebay ersteigert für 200 Euro......

" Leider hatte ich Glück" :mrgreen: :mrgreen: Mein " neuer " Falter im bestzustand vom Liegestuhl hin zur Gaslampe Nähzeug Geschier Messer Gabel Strichhölzer Grill Kabelirommel Sonnenschirm usw usw usw hatter er alles was mann braucht..... Zustand für einen 85er als sehr gut zu bezeichenen....

Unserer ist ein Camptourist der das erste mal in England zugelassen worden war und später nach Deutschland von den Besitzer eingeführt worden ist.

Wir hatten RICHTIG Glück gehabt und freuen uns schon im Sommer auf Polen ( muss vorher noch ein paar änderungen vornehmen) :klappi:

PeterHX
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Re: Augen auf beim Gebrauchtfalterkauf

Beitrag von PeterHX » 25.06.2012 15:57

Danke für die Tipps!
Ich habe dieses Wochenende das erste Mal mit meinem per Internet erstandenen Trigano Windsor 3LS BJ. 89 gezeltet. 300 € Kaufpreis für einen kompletten Hänger mit TÜV, intaktem Hauptzelt, Innenhimmel, heilem Vorzelt, allen Gardinen und Bezügen und einem Deichselkasten. :hurra: Ich habe ihn nach den Tipps zum Gebrauchtkauf gecheckt und sofort mitgenommen. Die Matratzen habe ich aus Hygienegründen gegen neue ausgetauscht. Dazu habe ich die Originalküche für 12,50€ ersteigert (nur den Gasschlauch habe ich zusätzlich lieber erneuert). Bis auf eine kleine offene Naht hatte ich am Zelt nichts zu reparieren. Der Probeaufbau war nur mit dem Hauptzelt möglich, am Vorzelt habe ich dann auf dem Campingplatz einige Zeit geknobelt. Ich habe schon Wohnmobile besessen und verscheidene Zelttypen. Dieser Falter sieht nicht nur "Old-School" aus, das Raumklima ist super und er zaubert ein Lächeln auf´s Gesicht. Ich denke, dass ich nach zwei -drei Mal aufbauen insgesamt mit 20 Minuten Aufbauzeit hinkomme. Soviel Aufbauzeit habe ich bei anderen Zelten auch, aber der Komfort ist deutlich geringer als im Falter. Insgesamt hat mich der Falter mit Matratzen (Gute sind nicht billig), Gasflasche und Schlauch, Zulassung, Kennzeichen, Campingstühle und Tisch sowie ein paar Kleinteile) reisefertig 600 € gekostet. Ich finde diesen Betrag für ein Wunderwerk auf Rädern mit hohem Erholungs-, Spaß- und Suchtfaktor nicht zu hoch.
Gruß an alle Klapper und Falterfreunde
Peter aus Hameln

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