Wälder, Wüsten, Wolkenkratzer USA-Kanda 2018

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ARO M 461 C
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Re: Wälder, Wüsten, Wolkenkratzer USA-Kanda 2018

Beitrag von ARO M 461 C »

Die Mietbuggys

Das waren die letzten Worte die ich zu Moab geschrieben hatte, bevor mal wieder das Netz abgebrochen gewesen war.

Am Anfang der Geländestrecke von ca. 17 Kilometer, ging es noch moderat und auch durch Sandwege recht sanft voran.

Als wir dann aber um eine Biegung gefahren waren, änderte sich schlagartig die Stimmung im Wagen und auch bei den Passagieren.

Vor uns türmte sich ein Hügel auf von ca. 20 Meter Höhe auf, der auch noch sofort auf den ersten Metern eine äußerst extreme Steigung aufgewiesen hatte.

Anhand der in den weichen Stein ein gefrästen Spuren von Stahl und Abrieb der Reifengummimischung konnte man erahnen, dass hier schon das eine oder andere Bauteil von diversen Fahrzeugen auf der Strecke geblieben war.

Ehe ich mich versah, war meine Beifahrerin plötzlich ausgestiegen, und ich musste nun alleine dort hoch.

Ich hatte nun erwartet, das die Reifen durchdrehen und quietschen und hier schon Schluss sein würde.

Entgegen meiner Vorahnung zog der ARO M461 C wie von einer unsichtbaren Winde gezogen unhaltbar gegen Himmel nach oben und
bewältigte die weit über 100% prozentige Steigung die auch über 45° liegt.

Das ist aber nur in Moab Utah und den Slick Rocks möglich die quasi die Reifen auf dem Untergrund fast festkleben lassen.

Auf dieser Strecke die nach der Geländeschwierigkeitsliste von Moab nur eine 5 war, wollten wir auf keinen Fall austesten was die anderen Schwierigkeitseinstufungen sein könnten. da wir ja auf Achse noch weiterfahren wollten.

Bild

Es gibt hier keinen anderen Weg, Augen zu; äh auf und durch

Da der ARO M 461 von Natur aus schon die Federpakete auf der Achse montiert hat, im Gegensatz zu einer Vielzahl anderer Geländefahrzeuge braucht es auch keine 38 ziger oder 40 ziger Bereifung, die 7,50 x 16 reichen für gut fast 30 Zentimeter unter dem Differential-Gehäuse und damit viel Freiraum um auch solche Stufen Strecken ohne knirschen zu bewältigen.

Teilweise habe ich dann dem Fahrzeug selbst die Kontrolle überlassen und der Wagen hat sich seine eigene Spur gesucht.

Nach zigmaligem Aus und Einsteigen und suchen nach der Besten Route an Steigungen, Abhängen und Stufen, hatten wir nach guten 5 Stunden die Strecke bewältigt, und lediglich eine kleine Vorrichtung die heute von Holland und der Schweiz an den Anhängekupplungen gefordert wird , war kein Verlust zu verzeichnen.

Lediglich ein Spurstangenkopf hatte Feindberührung ohne aber Schaden dabei genommen zu haben.

Die Mietbuggys mit ihren extremlangen Federwegen und auch einer extremen Boddenfreiheit wurden gnadenlos durch die Gelände gescheucht.

Nachdem wir den Bereich der Slick Rocks verlassen hatten ging es noch vor dem Sonnenuntergang in den Arches National Park mit den berühmten Felsformationen.

Bild


und Rundbögen um dann in der Dämmerung wieder auf dem Camping Platz die Nacht zu verbringen.

Sonntag 21.Oktober 2018

Von Moab Utah ging es dann am Morgen bei heftigem Regen, Schnee und Sturm zurück in südlichere Gefilde und wir erreichten nach 512 km am Abend wieder Arizona nun der 34 Staat und somit auch Flagstaff wo wir die Nacht auf einem KOA Camping Platz verbrachten.

Flagstaff, Arizona Campground | Flagstaff KOA
5803 US-89, Flagstaff, AZ 86004, Vereinigte Staaten
Bild

Direkt am Highway 89 gelegen der KOA Camping Ground.

Gruß
ARO M 461 C
Dirk

Und es geht in den nächsten Tagen wieder weiter, denn noch liegen fast 8 Wochen vor unserer Abreise vor uns mit vielen Überraschungen die uns noch erwarten werden

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ARO M 461 C
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Re: Wälder, Wüsten, Wolkenkratzer USA-Kanda 2018

Beitrag von ARO M 461 C »

Montag 22. Oktober 2018

Am Morgen nach einem kurzen Frühstück ging es über die Interstate 40 nach Osten um gegen Mittag den Meteor Krater ( Meteor Crater ) zu erreichen.

Auf dem Weg dorthin hatte sich schon ein Tornado angekündigt der eine riesige Sandwolke vor sich her getrieben hatte.

Wir machten uns so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone.

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Im Hintergrund kann man die Macht erahnen, die sich in Kürze über das Land hermachen wird.

Gottseidank ist dieser Bereich den wir auf der Interstate 40 befahren hatten so gut wie nicht bewohnt gewesen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Barringer-Krater

Der Krater hat einen Durchmesser von etwa 1200 m, eine Tiefe von 180 m und wird von einem Wall umgeben,
der durch den Auswurf des Einschlags entstanden ist und sich etwa 30 bis 60 m über das umliegende Plateau erhebt

Mit 26.000 Meilen in der Stunde war der Meteor eingeschlagen.

Der Einschlag entsprach einer 20 Megatonnen Bombe und schuf den Krater in gerade einmal 10 Sekunden.

Bild

Zum besseren Verständnis wenn man in Los Angeles an der Westküste ein Flugzeug besteigt, wäre man in 5 Minuten an der Ost Küste in New York, also extrem schnell.

Der Durchmesser des Kraters auch Barringer Krater genannt beträgt in etwa 1200 m und ist 180 Meter tief.

Durch den Einschlag vor ca. 50.000 Jahren ist ein Wall aus dem Auswurf entstanden der sich auf 30-60 Meter um das Plateau erhebt.

Einige der Gesteinsbrocken hat die Größe von Mehrfamilien Häusern.

Im Krater selber befinden sich noch Gegenstände mit denen das Apollo Programm seiner Zeit die Mondlandung geprobt hatte.


Anschließend fuhren wir über den Highway Nr.99 stundenlang durch menschenleeres Gebiet Richtung Süden nach Phoenix Arizona.

Eine Warnung unterwegs, hier kommt kaum jemand vorbei, und in der Tat weder sind wir überholt worden, noch kam uns ein Fahrzeug auf der 99 entgegen.

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So langsam fingen wir an uns zu fragen, ob nicht irgendwann nach der Stundelangen einsamen Fahrt nicht doch mal eine Kreuzung oder Dergleichen kommen sollte.

Die Straße wurde immer schmaler für US-Verhältnisse nicht für EU Bürger und der Straßen Bewuchs nahm immer mehr von den Seitenrändern ein.

Nicht genug davon, auch die Straße selber änderte sich mit großen Schlaglöchern und immer dichtere Vegetation.

Es fing auch an langsam zu dämmern und aus der Straße wurde letztendlich ein Feldweg auf dem man fast wie aus Eis gefahren war und ein Schlagloch und eine Verwerfung nach der anderen.

Irgendwann merkten wir dann, wir mussten eine Kreuzung übersehen haben, denn wir befanden uns in einem Waldgebiet mit unzähligen Abzweigungen und es war mittlerweile auch stockdunkel, sowie rechts und links des Weges verliefen Wasserläufe.

Da wir weder auf der Straße ( Feldweg) noch auf den vielen Seitenwegen genug Platz zum Öffnen des Campwerk Anhängers
für die Nacht hattenund nicht im Wasser landen wollten, entschlossen wir uns dazu, im hinteren Teil des ARO´s den notwendigen
Platz zu schaffen, um uns dann im 4 Stunden Rhythmus schlafen zu legen.

Die Nacht war sehr aufregend, da alles Mögliche an Stimmen und Tieren unterwegs gewesen war.

Am nächsten Morgen gerädert wie auf einem Folterstuhl gelang es uns endlich da auch nun wieder die Navigation nach der Sonne möglich gewesen war, aus dem Waldlabyrinth heraus zu finden und wieder auf den Highway 99 zu stoßen.

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ARO M 461 C
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Re: Wälder, Wüsten, Wolkenkratzer USA-Kanda 2018

Beitrag von ARO M 461 C »

Dienstag 23. Oktober 2018

Am nächsten Morgen gerädert wie auf einem Folterstuhl gelang es uns endlich da auch nun wieder die Navigation nach der Sonne möglich gewesen war, aus dem Waldlabyrinth heraus zu finden und wieder auf den Highway 99 zu stoßen.

In Payson Arizona hatte uns dann die Zivilisation wieder und wir beschlossen vor der Fahrt nach Phoenix Arizona einen Stopp auf einem Campground einzulegen.

808 AZ-260, Payson, AZ 85541, Vereinigte Staaten
Payson Campground & RV Resort Gallery

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Mittwoch 24.Oktober 2018

Da denkt man nun, dass der Teil von Arizona der jetzt Richtung Phoenix folgt flaches Land ist und sieht sich schneller als gewollt wieder in hochalpinen Regionen wieder, mit anderen Worten, es ging wieder einmal einen Pass auf der Straße hoch, der dann mal wieder mit einigen Stopps um den Motor nicht zu überhitzen auch geschafft worden war.

Wir haben uns nicht lange in Phoenix aufgehalten, da ja noch unterwegs ein Sandstrom sich am Himmel abgezeichnet hatte, und wir nicht unbedingt damit liebäugen wollten.

So ging es dann weiter Richtung Süden , bis in den späten Nachmittag hinein, auf der Suche nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit.

Im berühmten Maricopa County mit dem nicht mehr amtierenden Sheriff Joe Arpaio
Joe Arpaio – Wikipedia
mit seinen etwas anderen Haftmethoden

fanden wir an dem Highway 84 das Wild West Ranch & Resort das uns sehr gelegen kam, da auch mal wieder die Große Wäsche anstand.

860 S John Wayne Pkwy, Maricopa, AZ 85139, Vereinigte Staaten
Wild West Ranch & RV Resort - Gallery (wildwestrvresort.com)

Bild

Die Anschrift machte uns doch sehr neugierig und später erzählte uns die Besitzerin des Anwesens, das es sich hier tatsächlich um die ehemaligen Gebäude und Ländereien von einem der berühmtesten Schauspieler Hollywoods und den U.S.A. gehandelt hatte.

Kein andere als „John Wayne“ der mich auch auf alle Fälle durch meine Jugendzeit begleitet hatte.

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Großkampftag an der Waschmaschine auf der Ranch von John Wayne

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Im Ranch eigen Verkaufsgeschäft, kurz im Shop haben wir uns dann das eine oder andere sehr rare Souvenir von John Wayne zu gelegt.

Der Text bedeute so viel, (frei übersetzt) wie,

Der Muht kann dich fast zum Tode fürchten lassen, aber egal, reiß dich zusammen und mach es.

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Donnerstag 25. Oktober 2018

Nach einem ausgiebigen Frühstück nach Western Art, Bohnen , Speck und ein großes Steak ( zum Frühstück ) für sehr kleine Dollars, ging es nun in die Richtung der Sonora Wüste mit den Meilenweit zu erkennenden typischen Kakteen den
Saguaro Kakteen

Dort verbrachten wir den ganzen Tag und auch die Nacht, da nun Mitte Oktober, weder die Tage noch die Nächte extrem kalt oder heiß gewesen sind.

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Eine Nacht in der Wüste, ist nichts für Angsthasen, dort lebt wie Walt Disney schon in seinem Legendären Film von 1953 dokumentierte ,

„Die Wüste lebt „
Die Wüste lebt - YouTube

https://www.youtube.com/watch?v=dKovDO3HF-A

nur ein kurzer Film; den ganzen kann man aber gegen End-Geld ausleihen.

Handteller Große Skorpionen, die so flink waren, das keine Chance bestand diese auf Zelluloid zu bannen.

Was gibt es schöneres, am Lagerfeuer zu sitzen, ein eiskaltes Getränk aus der Dometic CFX 35 Kühlbox in der Hand zu haben durch die Solar Anlage unabhängig zu sein und sich einen unverfälschten klaren Sternenhimmel anzuschauen.

Bis sehr spät in die Nacht hinein, lauschten wir den Geheimnissen der Natur, aber wir entfernten uns nur wenige Meter von unserm Gespann.

Freitag 26. Oktober 2018

Über Gila Bend und der 85 brachen wir nun auf um an die Grenze im Süden zu Mexiko zu fahren.

Eine etwas bedrückende Fahrt, den rechts und links des Highways 85 war auf beiden Seiten die Straße mit Stacheldraht und Hinweisen versehen auf denen auch auf den Schusswaffen gebrauch hingewiesen worden war.

Wir fuhren also mitten durch das Barry M Goldwater Air Force Range Gebiet.

Nach einigen Stunden Fahrt sahen wir in der Ferne einen mobilen Grenzkontrollen Posten, der im nahen Grenzgebiet zu Mexiko, jedes Fahrzeug angehalten hatte.

Wir nährten uns mit höchster Aufmerksamkeit, und erwarteten nun eine komplette Kontrolle von Fahrzeug und Campwerk Anhänger.

Wir hatten ja auf der ganzen Tour vorne am Wagen links die US Flagg und rechts die Deutsche und als wir uns dem Kontrollpunkt genähert hatten, waren wohl alle Grenzbeamten aus ihren Fahrzeugen gekommen, schaute sehr freundlich und ließen den Hund an unseren Fahrzeugen schnuppern, sowie ein Blick ins Innere des ARO´s, und das war es dann auch schon mit der Kontrolle.

Am Abend erreichten wir dann die Wüsten Stadt Ajo mit nur wenigen Einwohnern, aber mit einem hübschen Campground wo der Besitzer in kürze die Winterbirds erwartet, die US Bürger aus den kalten Winterregionen die dort eben im Wohnmobile der Größe 3-Achser Reisebus den Winter verbringen.

Ajo

2030 AZ-85, Ajo, AZ 85321, Vereinigte Staaten
http://www.bellyacresrvpark.com/

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Dennis der Besitzer des Platzes hatte einen Narren an Brigitte gefressen, und so kam es, das Sie und auch Ich zum Abendessen eingeladen gewesen worden waren, sondern auch noch in seinem zusätzlich auf dem Platz aufgestellten doppelten Mobilen Wohnhaus, das auf einem Spezial Trailer ( Anhänger ) gezogen werden muss, alle Annehmlichkeiten hatte, während ich mit dem normalen Örtlichen auskommen durfte.

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Muss wohl nicht übersetzen werden, kann man(n) auch so hoffentlich verstehen.

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Dennis mit seinem .22 9 schussigem Revolver, den er ständig mit sich rumträgt.
Wie er uns erzählte, hatte er damit erst vor einer Woche einer Arizona Klapperschlange den
Garaus mit gemacht.

Wir verstanden uns prächtig mit Dennis, der uns sogar eine weitere Nacht umsonst auf dem Platz schlafen ließ, so konnten wir ohne Hänger, nach Mexiko fahren, und auch in den Organ Pipe National Park fahren.

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10 Organ Pipe Dr, Ajo, AZ 85321, Vereinigte Staaten
Organ Pipe Cactus National Monument (U.S. National Park Service) (nps.gov)

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Auch sonst hatte Ajo so einiges zu bieten, wie man hier an der Wand sehen kann das Paul Newman sowie Lee Marvin hier einen Hollywood Film gedreht hatten.

Wir verließen nun Ajo fuhren dabei ständig an der mexikanischen Grenze mit stetig wiederholenden Grenzpatrouillen vorbei passierten Tucson und machten einen Stopp in St.David einem Kloster und verbrachten dort die Nacht, nicht bevor wir noch in Tombstone gewesen waren.

Gruß
ARO M 461 C
Dirk

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